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Hören oder Zuhören - Artikel im VDT-Magazin 5/2009
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BeitragVerfasst: Mi 30. Dez 2009, 15:53 
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Registriert: Sa 17. Okt 2009, 20:09
Beiträge: 6
Wohnort: Lindlar
Mit wechselnden Gefühlen habe ich den Artikel von Joachim Thalmann im VDT-Magazin 5/2009 mit dem Titel " Hören oder Zuhören " gelesen.
Als absoluter Gegner der „ E-und U-Musik-Kategorisierung ” ist mir bei Beginn der Lektüre
nach und nach erstmal langsam aber sicher der Kragen geschwollen . Tja, warum ist es wohl so schwierig das gemeine Volk für klassische Musik zu begeistern ? Warum muß ich eigentlich jedesmal, wenn ich klassische Musik Live geniessen will vorher zum Friseur gehen und mich in Klamotten reinzwängen, die mir viel zu unbequem sind ? Warum werde ich schief angeguckt, wenn ich mir in der Pause während der Aufführung ein Bier bestelle ( wenn ich überhaupt eines käuflich erwerben kann ) ? Hatte da mal ein recht nettes Erlebnis während eines Australien-Urlaubs. Da wir die Oper in Sydney nicht tagsüber besichtigen konnten, haben wir uns einfach Konzertkarten für eine Abendvorstellung gekauft. Da wir natürlich kein entsprechendes Outfit im Koffer hatten, haben wir halt die ordentlichsten Hosen und Hemden/Blusen angezogen die wir mit hatten – kein Problem, Australier gehen nämlich ohne weiteres auch in Jeans und T-Shirt ins Konzert ( wäre jemand mit Cowboyhut und Stiefeln gekommen, es wäre wohl kaum aufgefallen ). Die Stimmung: Locker und offen nach allen Seiten.
Natürlich kann man auch umgekehrt in ein Rockkonzert nur schwerlich in Abendkleidung gehen, da würde man von der anderen Fraktion wahrscheinlich schief angeguckt ….
Aber was ich damit eigentlich sagen will: Die Musik an sich rückt durch solche
„ Äußerlichkeiten ” viel zu sehr in den Hintergrund. Musik gehört zu unserem Leben wahrscheinlich genauso wie Sport. Die einen spielen halt Fußball, die anderen Golf. Na und ?

Aber um nochmal auf die Musik zurückzukommen: Ich glaube nicht, daß nur klassische Musik in Form von Sonaten, Sonatinen, Etüden, etc. „ anspruchsvoll ” ist oder mit „ interpretatorischen Ohren ” gehört werden sollte. Was ist mit, naja, sagen wir mal der „ modernen instrumentalen ”Synthie-Musik z.B. eines Jean Michel Jarre, Jazz oder ähnlichem.
Auch das vorhandensein eines immer durchlaufenden Rhythmus ist doch nicht unbedingt
schlecht. Tanzmusik ( also auch Musik auf die man z.B. Standardtänze tanzt ) braucht doch so ein starres Muster, und Marschmusik für´s Militär ja auch.

Erleichterung gegen Ende des Artikels: Genau das ist es ! Mal neue Wege gehen, anderes
ausprobieren, über den Tellerrand schauen, nicht IMMER in alten festgefahrenen Pfaden wandeln, sich auf das wesentliche konzentrieren – die Musik und den Spaß den man zusammen daran hat, sowie die Gefühle, die sie transportiert.

Vielen Dank für diesen Artikel, Herr Thalmann.

Es grüßt ganz herzlich

Katrin Fidorra

PS: Es darf diskutiert werden...


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Re: Hören oder Zuhören - Artikel im VDT-Magazin 5/2009
BeitragVerfasst: Mi 30. Dez 2009, 21:47 
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Registriert: Sa 17. Okt 2009, 20:09
Beiträge: 13
Wohnort: Detmold
Zitat:
Warum muß ich eigentlich jedesmal, wenn ich klassische Musik Live geniessen will vorher zum Friseur gehen und mich in Klamotten reinzwängen, die mir viel zu unbequem sind ?

Muss man das? ;) Das kommt doch darauf an, wo man sie hören will und hat mit der Musik an sich vielleicht gar nichts zu tun, eher damit dass z.B. im Opernhaus viel Aufwand und auch Können zutage treten, dem man auch eine gewisse "Ehrerbietung" (eigentlich ein unsinniges Wort) zuteil werden lässt. Bei Aufführungen in kleinerem Rahmen gilt das nicht unbedingt, was nicht heißt dass diese schlechter wären.
Vielleicht ist das aber auch einfach was typisch deutsches, aus Russland z.B. kenne ich es hingegen nicht anders.


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Re: Hören oder Zuhören - Artikel im VDT-Magazin 5/2009
BeitragVerfasst: Sa 2. Jan 2010, 19:52 
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Registriert: Sa 17. Okt 2009, 20:09
Beiträge: 119
Hallöchen!
Herzlichen Dank für Deinen Beitrag!

...ich erinnere nur an Peter Weiß, der ab und zu mal einen Konzertflügel auf die Domplatte stellte - diesen vor dem Publikum stimmte - und hervorragend virtuos darauf Klassik spielte! Er war es leid, immer nur in Schale vor erlauchtem Publikum zu spielen - er ist der Ansicht, Musik sei für alle da, also geht er dorthin wo alle sind - auf die Straße!
Immer wenn ich vom Dienst kam und mit dem Fahrrad über die Domplatte fuhr und er war da, war das einfach hervorragend! Vor allen Dingen das Publikum: Völlig verunsichert durch die Virtuosität, wußte nicht, wie es reagieren sollte.....
Auch Klaus (von Wrochem) der Geiger hat es so gemacht: Raus aus dem Konzertsaal - hin zu den Leuten!
Da kommt was rüber und ich hoffe, hier sind viele, die auch so denken!
Frohes Neues Euch allen!
Uli


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