Die Natur des Ohres ist es, die Töne zu lieben;
aber wenn das Herz nicht heiter ist, so mögen alle fünf Klänge ertönen, und man hört sie nicht.

Lü Bu We
Startseite
Verband
Tonmeistertagung
Seminare
Sonstige Veranstaltungen
Aus- und Weiterbildung
Foren
Das VDT Magazin
Mitgliederpräsentation
Literaturhinweise
Presse
Newsarchiv
Umfrage VG BK
MyVDT Einloggen
MyVDT Registrieren
Verband Deutscher Tonmeister e.V.
Am Zaarshäuschen 9
51427 Bergisch Gladbach

Telefon: +49 2204 23595
Telefax: +49 2204 21584
E-Mail: vdt@tonmeister.de
VDT
English

Referat Theater

Aktuelles

07. Mai 2018:

Theater-Tonmeistertreffen in Kooperation mit und an dem Staatstheater Hannover 

Das VDT-Referat Theater lädt zu einer Veranstaltung zum Thema "Mischen im Theater - Theorie und Hands-on" ein. Sie findet in Kooperation mit und an dem Staatstheater Hannover statt. Weitere Informationen finden sich hier:

Einladung zum Treffen am 7. Mai 2018 in Hannover

Ihre Referenten und Ansprechpartner

Jürgen Hanelt

referenten-theaterattonmeister.de

Jürgen Hanelt
Klaus Fritz

referenten-theaterattonmeister.de

Klaus Fritz

 

Das Referat Theater stellt sich vor

Herzlich Willkommen im Fachreferat „Theater“ des VDT !

Gemeinsam mit Klaus Fritz aus Berlin stehe ich für alle Fragen, die den (Theater-) Bühnenbereich betreffen
gern zur Verfügung.

Wir veranstalten traditionell seit 1998 jährlich ein „VDT-Theatertonmeistertreffen“, welches abwechselnd in den westlichen und östlichen Landesteilen stattfindet. Im Rahmen dieser Veranstaltung pflegen wir den kollegialen Gedankenaustausch ebenso, wie die fachliche Information und die aktuellen Entwicklungen in unseren Bereich.
Der Eintritt hierzu ist kostenfrei, die Einladung erfolgt über die VDT-website sowie über den email-Verteiler des VDT.

Über diese Veranstaltung hinaus stehen wir gern für alle Fachfragen zur Verfügung und kooperieren auch mit unserem befreundeten Fachverband DTHG (Deutsche Theatertechnische Gesellschaft) als Kooperationspartner eng zusammen.

Klassische Themen unserer Referatsarbeit betreffen die technischen Felder „Audio- und Videoproduktion“,
„Live-Zuspielung“, „Musikübertragung“, „Beschallung“, „Monitoring“, „Inspizienz und Ruf“ , „Videotechnik“
sowie „Dokumentation und Archiv“.

Weiterhin interessieren uns die künstlerisch-ästhetischen Anforderungen im Theater, Klangbild, Bildästhetik und Arbeitstechniken.

Berichte

Theater-Tonmeistertreffen 2017 in der Oper Kiel

Leitung: Jürgen Hanelt

Bericht: Klaus Fritz

Jürgen Hanelt und Jörn Sturm (Foto: Klaus Fritz)

Montag morgens um 10.00 im Orchester-Probenraum der Oper Kiel.

Jörn Sturm, der kaufmännische Direktor begrüßt uns 25 Tonmeister- Kollegen mit freundlicher Geste:

Er findet externe Anregungen in jedem Beruf sehr wichtig.

Wie machen das die Anderen?

Draußen hole er sich immer viele wichtige Informationen.

Diese Eckpunkte beschreiben einen zentralen Teil unserer Vereinsarbeit par excellence, den Jürgen Hanelt, der Leiter unseres Referats Theater in jährlichem Zyklus mit attraktiven Inhalten füllt.

Manfred Bamberg, der „Leiter Tontechnik und Tonmeister im Opernhaus“ bringt uns bei der anschließenden Führung durch den 1905 erbauten backsteinroten norddeutschen Jugendstilbau zuerst die Geschichte des Hauses nahe:

Im Krieg stark zerstört wurde anschließend innen alles im Chique der 50er Jahre erneuert und steht dergestalt jetzt schon wieder unter Denkmalschutz. Das betrifft den nicht nur farblich eher nüchternen Zuschauerraum genauso wie das extravagante Foyer mit Sternhimmel und originalem Clubgestühl à la Cocktailbar. Phantastisch!

An Schauspiel, Oper, sowie Kinder- und Jugendtheater sind 500 Mitarbeiter in einen fast immer ausverkauften Theaterbetrieb eingebunden, der unter der Intendanz von Daniel Karasek mit seinem Sommertheater 2016 ca. 25.000 Besucher zu 10 Vorstellungen ins Freie vor das Haus lockte. Diese Veranstaltungen streamt die Tonabteilung mittels Christie´s „Pandoras Box“ seit 2012 auch kostenlos an bisher drei unterschiedliche Orte in der Stadt. Die knappen personellen und finanziellen Ressourcen, um digitale Strategien umzusetzen, erfordern sichere Planung und ein gutes Team. Mehr und mehr Theater- und Opernhäuser zeigen Aufführungen nicht mehr nur auf der Bühne, sondern auch im Netz. „Theater im Netz“ sei eine große Chance, „um mit einem Publikum in Kontakt zu treten, das nicht zu den typischen Theaterbesuchern gehört, und um neue Kommunikationswege zu finden“, meint der Deutsche Bühnenverein dazu.

Den Anforderungen der schnellen Zyklen digitaler Standards und die notwendige Funktionssicherheit des Live-Betriebs gleichzeitig kann ein Opernhaus aber mittels Ausstattungserneuerung kaum gerecht werden. Die hinter dem Zuschauerraum verortete Einspielregie beinhaltet links eine Video- und rechts eine Audio- Seite. Dazwischen hält ein 2011 von der Fa. Salzbrenner geliefertes Triagon-Mischpult, eine Weiterentwicklung der bereits 2003 eingeführten digitalen CAS-Mix-Pulte die Stellung. Dort ist es durch die Anforderungen von beiden Seiten der Regie stark gefragt.

Die Pulte funktionieren als 4 HE- DSP-Aufsatz mit Linux-Betriebssystem, der über eine Windows-Bedienoberfläche des Pults per Touchscreen oder über Trackball gesteuert auf ein unverzichtbar vorhandenes Nexus- System aufsetzt.

Welchen Entwicklungsweg die Fa. Salzbrenner mit ihrem Produkt seitdem gegangen ist, zeigt uns Dominik Stepanek dann um 11:30 in seinem Vortrag über das Mischpult „Polaris“.

Dominik Stepanek stellt Polaris vor (Foto: Jürgen Hanelt)

Die Idee, ein Mischpult in 19“-breite Elemente zu zerlegen und dessen Funktionen skalierbar, platzsparend und anwendungsorientiert vom Live- Mischplatz zwischen den teuren Plätzen der Theatersäle bis in die Regieräume hinter Glas mit zunehmender Anzahl und Komplexität der technischen Funktionen in der Größe wachsen zu lassen, leuchtet sofort als praxisorientierter Ansatz ein.

POLARIS access + POLARIS view

 

Die Einheiten bestehen fast ausschließlich aus Touchscreens. Die Windows- Steuerrechner der ersten Polaris- Generation wandelte sich 2017 zu einer Java- Bedienoberfläche und ermöglicht jetzt auch eine Anbindung an die DANTE- Welt der Audionetzwerke. Besonderes Augenmerk wurde auf folgende theaterspezifische Features gelegt:

  • Fade-in/Fade-out, unterschiedliche Blend-Kurven,

  • erweiterte Timing-Aktionen für jeden Kanal unabhängig

  • Timeline-basierende Automation

  • Organisation von Szenenspeichern in beliebig vielen Automationsgruppen

  • Externe Events durch GPI/O

  • Mediensteuerung

  • DMX-Steuerung

  • Unbegrenzte Anzahl von Automationsgruppen

  • Zusätzliche Audioformate: MidSide Encoder/5.1

  • Kaskadierung der Elemente von POLARIS möglich

Ein „freches Pult“ sagt Arthur Koll von Yamaha Europe anerkennend über sein Konkurrenzprodukt, wenn er seinen Vortrag über das nagelneue Yamaha PM 10D (Rivage) einleitet. Sein Produkt sei dagegen ja ein Dinosaurier: Nicht skalierbar mit 144 Eingängen auf 72 Ausgangs- und 36 Matrixbusse. Dafür sind jede Menge klanglich- kreative und dynamische Werkzeuge eingebaut.

 

Arthur Koll am Yamaha PM 10D

Yamaha setzt seine Reihe von FOH- Pulten mit Blick auf Audio-Qualitätsmerkmale fort. „Silk-Emulation“ nennt sich im Yamaha- Deutsch die Integration audiophiler Meilensteine der analogen Audiowelt in die nüchterne Abbildung digitaler Parameter. Die Anmutung von Equalizern, für die Rupert Neve in den 80ern des vorigen Jahrhunderts berühmt wurde, integriert Yamaha auf Knopfdruck mit der Autorisierung des legendären Entwicklers. Darüber hinaus beherbergt das Pult Effekte von Geräteschmieden wie TC und Eventide.

Es verspricht also mit seinen vielen ad hoc-Angeboten ungeheuer viel Spaß am Arbeiten. Netzwerk- Features wie die Twinlane- Karte zur redundanten Anbindung von jeweils 256 Audiokanälen in Ring-Topologie an DANTE kommen als technische Neuerungen zu den vielen internen Routingmöglichkeiten dazu.

Zur Mittagszeit lernen wir einen wesentlichen Teil des Theaters kennen und schätzen, 

die Kantine. Gestärkt werden wir dann dem Gebiet der Akustik zugewendet.

Jonas Schira leitet bei der für Bühnentextilien bekannten Firma Gerriets die neu gegründete Akustikabteilung. Das Produktportfolio der Firma hat sich inzwischen als Folge verstärkter Kundennachfragen über die Herstellung und den Antrieb schalldurchlässiger Projektionsfolien, die Herstellung mikroperforierter transluzenter Folien zur Akustikkorrektur beleuchtender Flächen in viele Spezialanwendungen bühnentechnischer Gewerke hinein komplettiert.

Glücklicher Weise ist der Orchester-Probenraum, in dem unsere Veranstaltung stattfindet, mit einer variablen Akustik über veränderbare Wandelemente ausgestattet. Alle Raumbegrenzungen lassen sich von glatten, reflektierenden Holzflächen in absorbierende Flächen mit Helmholzresonatoren mechanisch verwandeln.

Dem Akustiker liegt es nahe, den Raum in beiden Zuständen akustisch zu vermessen und die Veränderung zu diskutieren. Außer den abgemilderten Raummustern früher Reflektionen ändert sich der Raum im Nachhallverhalten durch die Bedämpfung sehr deutlich. Nach kurzer Einführung in die akustische Wirksamkeit von Materialien für Raumbegrenzungen hat sich Jonas Schira für uns einen Aufbau ausgedacht, der den Einfluss der akustischen Veränderung auf die Abbildung über eine kleine Kugel- AB als Hauptmikrofon vor einem Flügel demonstriert.

Akustikdemo über Kopfhöreranlage (Fotos: li: Jürgen Hanelt, re: Klaus Fritz)

Während eine Pianistin am Flügel romantische Literatur verströmt, können wir live und im Zuschauerraum des Opernhauses über eine Kopfhöreranlage die Auswirkungen der akustischen Veränderung auf die Übertragung verfolgen. Der Aufnahmeraum wird zur Information auch optisch per Videoübertragung auf einer Leinwand des Opernhauses sichtbar. Die lebendige Anwendung akustischer Veränderung erlebt man nicht oft so konzentriert.

Am Nachmittag haben wir dann wieder Gelegenheit zu arbeitsrechtlichen Fragen an unseren Verbandsanwalt Tobias Könemann. Das komplizierte Arbeitsrecht zwischen TVÖD und NV Bühne gibt immer wieder Raum für Missverständnisse nicht nur in der Tarifierung der Vertragsverhältnisse. Auch die Verrechnung freier Tage, die Überstundenregelungen geraten über die andauernden unregelmäßigen Dienste im Theaterbetrieb immer wieder in den Blickpunkt.

Zum Schluss unserer vielseitigen Vortragsreihe bekommen wir von Kiran Walsh, Regionalmanager von Audinate Global Support Services noch einen Vortrag über Dante als Lösung für allgemeine Aufgaben im AoIP und spezielle, wie sie sich im Broadcast- und Installationsbereich z. B. bei sehr komplexen Netzwerkstrukturen stellen.

Das Gruppieren von Einheiten und Verbinden über den kommenden, inzwischen auch bei Yamaha in deren neuestem Firmware-Update eingeführten Domain- Manager stellt Möglichkeiten zum Personalisieren und Verwalten von Teilbereichen und Sichern des Zugangs für den Administrator bereit.

Kiran Walsh (audinate), Foto: Jürgen Hanelt

Der Ausklang im Blockhouse erlaubt es uns nicht nur hervorragende Speisen und Getränke zu genießen. Wir sind uns als Theatergruppe inzwischen auch persönlich vertraut und pflegen diese Kollegialität gern im kommenden Jahr wieder zum Austausch untereinander.

  

VDT-Seminar Musiktheater-Musical-Show

am 24.03.2015 im Friedrichstadtpalast Berlin

Leitung: Jürgen Hanelt

Bericht: Klaus Fritz

Die elektroakustische Klangästhetik ist aus dem Musiktheater nicht mehr weg zu denken!

Vor Kurzem noch Helferlein zum bedeutsamen Regie-Einfall der Stimme aus dem Brunnen oder bestens bedankt für so manche Gestalt der Parsifal-Glocken, geben neue Komponisten und moderne Hörgewohnheiten der gestalteten elektroakustischen Übertragung jeder Einzelstimme zunehmend Vorzug vor mehr oder weniger zufälligem akustischem Raumgeschehen.

Das Thema des Seminars ist in seiner Dynamik hoch aktuell und mit den Referenten war es sicher und prominent umfasst:

Erstens

N orbert Ommer wird seit den 90er Jahren als Sounddesigner und Klangregisseur von Frank Zappa, Heiner Goebbels, Steve Reich und als Sounddesigner und Gesellschafter des Ensemble Modern hoch gehandelt und mit Preisen geehrt. Sein Vortrag unter dem Titel: Musiktheater – Übertragungstechnik in der sog. „Hochkultur“ erläutert den Begriff des Klangregisseur. Entgegen dem ehrgeizigen Komponisten, der den Amtstitel „Klangregisseur“ verbraucht, zeigt Ommer das verantwortete Können eines Tonmeisters , Toning., Sounddesigner bei der Entwicklung der Übertragungstechnik zum Sounddesign.

„Sounddesign ist die kompromisslose Umsetzung von Partitur, Raumakustik und Elektronik.

Klangregie ist die hörbare Architektur unterschiedlicher Klangwelten mit individuellen Klangvorstellungen. Diese Räume können in dem realen Raum stehen oder gebracht werden, es können aber auch neue Klangebenen geschaffen werden.

Diese neuen Klangwelten können auch bestimmte Instrumente, Klangstrukturen hörbar machen oder auch modulieren, die ohne die Zuhilfenahme von elektronischen Hilfsmittel, d.h. Sounddesign und Klangregie u.U. im Verborgenen bleiben würden. Sounddesign und Klangregie schaffen neue Hörumgebungen ! Sounddesign und Klangregie sind künstlerische Gestaltungsmethoden !“

Bravo und Dank für sein Mitnehmen durch die konzentrierte wohlorganisierte Arbeitsweise.

Zweitens

V on der „Hochkultur“ beseelt aber frei spielt Holger Schwark eine hochkarätige Rolle bei Großveranstaltungen vom Kaliber der Schalke-Arena oder der Waldbühne Berlin - und das weltweit.

„Der erfahrene FOH- Mann ist bei Pop-Acts wie auch im Bereich der Klassikbeschallung gleichermaßen gefragt.“ schreibt die UdK in Berlin über ihren Lehrbeauftragten.

Holger Schwark sieht die drei Etappen:

Planung, Technische Einrichtung und Veranstaltung als Eckpunkte seines Handelns und verbindet dabei den „System-Designer/System-Engineer“ mit dem „Tonmeister/FOH-Engineer“. Heiter bis wolkig skaliert er die Reichweite der Übertragungsweise, in der Beschallung vs. Akustik, akustische Maßnahmen oder zentrale gegen dezentrale Beschallung planerisch abzuwiegen oder zu ergänzen sind.

Ständig on tour - mixing the „Pet Shop Boys“. Er beschreibt uns präzise sein Vorgehen, seine Arbeitsweise bis zum Zeitpunkt: „Musiker willkommen heißen, evtl. sound check, Probe...“.

Drittens

T